Auch heute Morgen zeigte sich das Wetter in der flüssigen Form. So beschlossen wir, an unserem letzten Tag auf den Lofoten die Insel per Auto weiter zu erkunden.

Das historische Fischerdorf Nusfjord liegt nur 6 km von der Hauptstrasse E10 entfernt. Auf dem schmalen Weg dorthin begegneten wir neben einigen Camper-Vans auch Wander- und Velotouristen. Regelmässig trifft man auf enthusiastische und wettertrotzende Velofahrer, was auf diesen engen Strassen auf den Lofoten regelmässig zu gefährlichen Situationen führt. Die Strassen werden plötzlich von der Doppelspur nur noch anderthalbspurig geführt. Das sind definitiv keine optimale Bedingungen für Velotouristen.



Nach dem Dorf Nusfjord, einem Kaffeehalt in Leknes (Huset Kafebar) und einem feinen „Kanelknuter“ (Norwegische Zimtknoten) ging es weiter zur „Glasshytta“ nach Vikten.
Drinnen in der Glasshytta war es heimelig warm dank des heissen Glasofens. Man konnte dem Glasbläser zusehen, wie er bunte Glasbehältnisse herstellte. Die Erzeugnisse fanden bei uns keine grossen Anklang. Etwas besser gefielen uns draussen am Strand einige farbige Kunstwerke in der rauen Natur.





Bei einem weiteren Zwischenhalt wurden wir von einer Graugänse Kolonie begrüsst, die gerade an Land gewatschelt ist.



Für uns sehr neu und spannend beim Befahren sind die vielen Bogenbrücken die teilweise recht steil anziehen. Auch hier wurde an Breite gespart – für ein Fahrzeug reicht es immer, zwei Fahrzeuge gleichzeitig sollte man unbedingt vermeiden – die Distanzen zu den wenigen, kurzen Ausweichbuchten gilt es gut einzuschätzen.





Heute sind wir sogar an einem Stokk (Holzgestell) vorbeigefahren, welches noch behängt war. Allerdings baumelten hier nur Fischköpfe im Wind. Wie wir gestern erfahren haben, werden auch die Kabeljau-Köpfe verwertet: Nach dem trocknen landen diese offenbar meistens in west-afrikanischen Ländern, wo sie zu einer dort beliebten Speise weiterverarbeitet werden.



Seit wir auf den Lofoten sind haben wir natürlich auch schon einige Kabeljau Gerichte ausprobiert. Neben dem typisch norwegisch zubereiteten Kabeljaufilet und Stockfisch gab es auch schon Kabeljauzunge als weitere Delikatesse. Was wir bisher ausgelassen haben ist das Erzeugnis aus der Leber des Kabeljau: Lebertran. Jedoch trifft man in fast allen Läden auf diese typisch grünen Flaschen von „Möller’s Tran“. Wir haben uns natürlich schon die Frage gestellt, ob dies das Wundermittel ist weil hier alle Norweger und Norwegerinnen so wetterfest sind.
